Offenheit aus der yogischen Sicht

Susanne Brünjes • 9. März 2023

Hallo, schön, dass Du Dir Zeit nimmst, diese Zeilen zu lesen.

Ich möchte gerne meine Gedanken zum Thema „Offenheit“ aus der yogischen Sicht mit Dir teilen.

Ich unterrichte seit vielen Jahren Anusara-Yoga. Was mich schon in meiner allerersten Anusara-Yogastunde, die ich besucht habe, besonders berührt hat, ist das erste Prinzip dieses Yoga-Stils: „Open to Grace“

Dahinter verbirgt sich das philosophische Konzept der tantrischen Yogaphilosophie, welches ein großes „JA“ zum Leben beinhaltet. Es lädt uns ein, uns dem Leben in all seinen Facetten zu öffnen. Empfänglich zu sein für seine großen und kleinen Wunder, und das Leben zu umarmen.

Und diese Einladung umfasst nicht nur die angenehmen Dinge und Momente – es geht vielmehr um eine Bereitschaft, das gesamte Leben hereinzulassen und die Türen dafür weit zu öffnen.

Offenheit in diesem Zusammenhang meint auch, dass wir bereit sein müssen, ein wenig die Kontrolle abzugeben und uns dem Fluss des Lebens anzuvertrauen. Auch wenn das heißt, dass wir manchmal von den Stromschnellen durchgeschüttelt werden.

Entscheiden wir uns, Kontrolle abzugeben und uns für die Führung des Lebens zu öffnen, gelingt es uns vielleicht, einen Schritt zurückzutreten und „unsere Waffen fallen zu lassen“ , wie es in der Bhagavad Gita (einer der wichtigsten Schriften des Hinduismus) heißt. Dafür braucht es neben der Offenheit auch ein gewisses Maß an Vertrauen: Vertrauen, dass das Leben uns einen Weg zeigt – auch wenn das so manch mühevollen Umweg beinhaltet.

In einer Yogaklasse machen wir uns dieses Prinzip bewusst, indem wir uns zu Beginn der Stunde mit dem Atem verbinden. Den Atem als Ausdruck einer höheren Kraft anerkennen, von der wir geatmet werden. Der Atem öffnet unseren Körper und verbindet uns gleichzeitig nach Innen, bringt uns in den Kontakt zu unserem Selbst.

Du kannst diese Idee natürlich auch außerhalb einer Yogaklasse für Dich erfahrbar machen. Vielleicht magst Du es ausprobieren:

Nimm Dir morgens nach dem Aufwachen einen kleinen Moment Zeit. Gerne noch im Bett, lege Deine Hände auf dein Herz, nimm ein paar ruhige, tiefe Atemzüge und verbinde Dich mit Deinem Herzen. Heiße den Tag mit all seinen Möglichkeiten willkommen. Nimm Dir innerlich vor, Dein Handeln und Denken aus der Offenheit und Liebe deines Herzens kommend auszurichen und aus dieser Verbindung heraus deinen Tag zu gestalten. Vielleicht magst Du abschließend sogar die Arme einmal weit ausbreiten und das Leben buchstäblich umarmen.

Starten wir in dieser inneren Haltung von Verbindung und Offenheit in den Tag, so sind wir nicht nur dem Leben, sondern auch den Menschen in unserem Umfeld gegenüber offener und neugieriger. Offen für andere Meinungen und Sichtweisen. Und aus dieser Offenheit und inneren Weite heraus können wir einander vielleicht mehr zuhören und annehmen. Wir können voneinander lernen und spannende neue Horizonte entdecken, uns gegenseitig inspirieren.

Mögest Du einen wundervollen Tag mit vielen wundervollen Momenten in der Offenheit Deines Herzens erleben,

Susanne Brünjes


Offen in den Tag starten

Hier ein kleines Video zum Thema Offenheit und Weite im Körper.

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