Neu-Beginn: etwas verändern, etwas loslassen...

Dr. Juliane Marliani • 13. Dezember 2023

In meinem Garten steht eine stattliche Blutbuche. Sie ist sehr groß, mächtig, wunderschön und stark. Sie hat gerade das letzte Blatt verloren und steht nun schlafend vor unserem Haus.

Was denkt sie wohl? Was geht in ihr vor? Wie bereitet sie das Jahr nach und das neue vor? Wie entscheidet sie, dass es an der Zeit ist wieder neue Blätter zu bilden, die Säfte in Gang zu bringen, sich wieder nach Außen zu öffnen.

Wann wärmt das Licht der Wintersonne, und wann animiert die Frühlingssonne zum Wachsen, zum Ausstrecken und zum neue Äste, Zweige und Wurzeln- Bilden.

Und mit ihr verspüre ich dieselbe Lust mich zurückzuziehen. Ich freue mich darauf zurück zu blicken. Was war noch mal in dem vergangenen Jahr. Was hat mich bewegt. Was hat mir gefallen, was ist passiert. Wie haben sich Dinge entwickelt.

Im Rückblick fügt sich vieles, was vorher unklar schien. Vieles macht plötzlich Sinn. Es macht Mut zu sehen, wie sich Dinge ungeahnt anders entwickelten. Daraus ergibt sich wieder die Lust auf ein „Neu-Gestalten“, auf ein „Mal-anders machen“. Denn das ist es ja, was ein Neu-Beginn impliziert: etwas verändern, etwas loslassen, etwas annehmen, etwas dazu nehmen.

Und wenn das Jahr zur Neige geht, freue ich mich auf den Jahreswechsel. Auf den Beginn eines neuen Jahres. Ich freue mich auf die Gestaltung meines neuen Kalenders, in dem ich schon die wichtigsten Daten eintrage, auf die ich mich in dem neuen Jahr freue.

Mir macht es Spaß zu strukturieren und zu planen, zu gestalten und „herumzuspinnen“, mich zu freuen, zu frohlocken, zu erwarten.

Wie schön, dass es im Jahreskreis immer wieder die Chance auf ein Rückblicken und einen Neubeginn gibt.

Viel ermutigender finde ich jedoch, dass meine wunderschöne Buche auch mitten im Jahr einzelne Blätter abwirft und erneuert, einige Zweige wie in Gedanken versunken kahl bleiben und dann doch wieder austreiben. Lauter kleine Neubeginne mitten im Jahr - immer wenn es für sie ansteht.

Und tatsächlich – und das ist für mich das Wunder, die absolute Freiheit - kann der Neubeginn in jedem Moment stattfinden. Ich kann JETZT „alles“ hinter mir lassen, neues wagen, neu starten, etwas zurücklassen, etwas loslassen. Jeden Moment kann ich mir eine neue Chance geben und kann neu anfangen. Oder neue Sachen - so wie die Natur im Herbst - anlegen, um beim nächsten „Mal“ - wie die Natur im Frühling - mit voller Kraft loszulegen. Ich kann – wie die Natur im Sommer – zu voller Blüte erstrahlen, um dann Samenkörnchen zu bilden, für den nächsten Neubeginn. Immer, wenn ich es möchte. Neubeginn über Neubeginn. Welch Verheißung.


Juliane

von Susanne 19. August 2026
Ich war mit einigen netten Leuten zusammen und die Unterhaltung entwickelte sich nach einiger Zeit dahin, dass das Thema unsere Lage in Deutschland wurde, was hier..
von Maren 19. August 2026
Du trägst diesen schweren Stein im Magen, weil du glaubst, nicht genug getan oder jemanden enttäuscht zu haben. Schuldgefühle und Scham schleichen sich oft ...
von Juliane 19. August 2026
Immer wieder überfällt mich das Gefühl, dass mir alles über den Kopf wächst. Alles zu viel, keine Kontrolle mehr, wie sieht denn das aus? Was sagen die Leute?
von Susanne 19. August 2026
Du entspannst dich, wirst innerlich weich, vielleicht weißt du gar nicht, wie das geschehen konnte. Es ist wie ein Geschenk, vielleicht ist es wirklich ein Geschenk,
von Maren 22. Juli 2026
Es gibt diese Tage, an denen man abends erschöpft ins Bett sinkt und merkt, dass man nur funktioniert hat. Der ständige Versuch, alles im Griff zu haben, sperrt ...
von Juliane 22. Juli 2026
Herumgewirbelt, gedreht, über Stromschnellen gehoben, in Windeseile an verwegener Landschaft vorbei, durch Ecken und Biegungen, mäandrierend, beschleunigt ...
von Susanne 22. Juli 2026
... sich vom Fluss des Lebens tragen, mitnehmen zu lassen, mitzufließen ohne Widerstand, aber … plötzlich sind da Stromschnellen, Engstellen o.Ä. Was dann?
von Nicole 20. Juni 2026
… als würde sie sagen … geh … geh deinen Weg … mach … mach einfach. Und was soll ich sagen … Ich mache … Im Innen … im Außen … Ich schaffe so viel Klarheit für mich
von Maren 20. Juni 2026
Da fällt mir direkt der Spruch von Bob Marley ein: Manche Menschen fühlen den Regen, andere werden nur nass...
von Susanne 20. Juni 2026
Spürst du das auch, dass das Chaos in der Welt weiter zunimmt, insbesondere auch die Geschwindigkeit, aber… dass es plötzlich Momente gibt, in denen dich das...
Weitere Beiträge