Ho´oponopono

Susanne-Goya • 15. Februar 2024

Ho´oponopono

…das ist ein hawaiianisches Verzeihungsritual. Obwohl es eigentlich in erster Linie um Vergebung dabei geht, hat es für mich aber auch etwas mit „Mitschwingen - Raumhalten“ zu tun.

Es gibt eine (wahre) Geschichte aus den USA dazu. Es gab dort ein Gefängnis mit einer psychiatrischen Abteilung für ganz besonders gefährliche, gewaltbereite Täter. Trotz besonderer Sicherheitsvorkehrungen kam es dort immer wieder zu Übergriffen gegenseitig und auf die Wärter. Niemand wollte dort arbeiten. Der Gefängnisdirektor kannte einen berühmten Psychiater, Dr. Hew Len, und bat diesen um Hilfe. Dieser sagte seine Hilfe zu, weil er gerade eine neue Methode gelernt hatte und diese ausprobieren wollte. Er bat um ein Büro im Gefängnis und um die Akten der Gefangenen. Zum Erstaunen des Direktors wollte er die Gefangenen nicht persönlich sehen.

Dr. Len nahm sich jede der 30 Akten immer wieder vor und las sie minutiös. Bei jeder Darstellung der Gefühlslage der Täter und deren Handlungen, die aus den Gefühlen resultierten, fragte er sich, ob er das kannte oder es sich unter gewissen Umständen vorstellen könnte, z.B. dass er so neidisch und dann auch so wütend wäre, wenn jemand freundlich behandelt wurde und er nicht, dass er den anderen einfach wehtun wollen würde und es dann vielleicht auch täte. Natürlich nicht in der krassen Form wie diese Inhaftierten, aber vom Prinzip her genauso. Und er konnte immer etwas in sich finden, was dem der Männer entsprach. Wenn er es gefunden hatte, dann machte er ein Ho´oponopono und bat das Leben, bat unsere gemeinsame Lebenswelt, um Vergebung:

Es tut mir leid, dass ich……gefühlt, gedacht und getan habe!   Bitte verzeih mir!   Danke!   Ich liebe dich!

Er hielt den „Raum für die Männer“ durch Verständnis, ohne über sie zu urteilen (aber auch ohne etwas zu beschönigen) und durch „Mitschwingen“ mit ihnen, in dem er das „Schlimme“ in sich selbst suchte und auch fand. Und in diesem Mitschwingen, in diesem Verständnis bat er um Vergebung für sich und die anderen.

Nach 1 ½ Jahren veränderte sich die Atmosphäre, die Männer mussten keine Handschellen mehr tragen und das Personal kam erstmals gerne zur Arbeit. Jetzt gab es auch Gespräche mit den Inhaftierten. Insgesamt dauerte es 4 Jahre, dann konnte die besondere Abteilung aufgelöst werden. Von den 30 Inhaftierten konnten 28 in den Normalvollzug verlegt und gegebenenfalls dann auch entlassen werden. Bei Zweien trat keine Besserung ein.

Für mich ist es eine sehr herausfordernde Methode, sich auf diese Weise mit allem zu beschäftigen, was man am Gegenüber ablehnt, aber es ist auch eine geniale Form, sich selbst und gleichzeitig auch den anderen mehr und mehr anzunehmen, zu verzeihen und vielleicht sogar zu lieben.


Alles, was uns an anderen irritiert, kann uns zu einem tieferen Verständnis von uns selbst führen - Carl Gustav Jung


Herzlich, Susanne-Goya


Literatur dazu:
Daniel Duprée, Ho´oponopono
Luc Bodin et al., Ho´oponopono

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