Begegnung mit dir selbst…

Susanne • 19. März 2026

Es zeigt sich immer deutlicher, dass es in dieser Zeit vermehrt darum geht, sich um sich selbst zu kümmern, aber anders als es früher schon immer das Bedürfnis war, nämlich sich selbst zu begegnen, sich selbst mit sich auseinanderzusetzen.

Das Bild, dass „die Welt uns spiegelt“, ist dir vielleicht schon bekannt. Jetzt geht es darum, das wirklich ernst zu nehmen. Aufzuhören, sich zu beklagen, dass die Welt so schlecht ist, so ungerecht, so, so,so… dass der/die andere was gemacht hat, was mich geärgert hat, mir die Laune, den Tag vermiest hat. Aufhören, das Problem im Außen bei den anderen zu suchen. Damit will ich nicht sagen, dass die Welt und die Menschen alle toll sind, es bedeutet nur, dass dieser Blick auf das Außen vielleicht zu entlasten scheint, aber leider rein gar nichts ändert.

Solange ich mit etwas in Resonanz gehe, mich etwas ärgert, belastet, traurig, hilflos macht, mich ängstigt, ich mich schuldig oder beschämt fühle oder oder oder sonstige Gefühle entwickle, hat es etwas mit mir zu tun und es wird immer, immer wieder so oder so ähnlich passieren, damit ich aufhöre, es den anderen anzulasten, statt bei mir hinzufühlen, was da bei mir los ist. Dass ich endlich die Verantwortung für meine Gefühle und damit für mich übernehme. Vielleicht brauche ich bei manchen Gefühlen Hilfe, weil da Geschichten oder auch Traumata dahinterstecken, aber ganz viele Gefühle kann ich auch selber erstmal einfach annehmen. Okay, ich bin jetzt mal zum Beispiel „wütend“. Ich darf das sein, aber nicht, um es zu konservieren und dem anderen aufs Butterbrot zu schmieren, sondern ich darf das, weil es der Realität entspricht, ich bin gerade mal wütend. Wenn ich es zulasse, nicht befeuere mit Gedanken (ganz wichtig) und nicht ausagiere (auch ein Trugschluss, dass das hilft), einfach mein Gefühl der Wut zulasse, wird es irgendwann einfach aufhören. Gefühle sind ihrer Natur nach flüchtig.

Das kann man sich so wirklich zu eigen machen und üben. Es gibt dann, gerade wenn man damit schon Fortschritte gemacht hat, noch ein kleines Problem. Man muss unterscheiden, worauf reagiere ich? Reagiere ich auf den Inhalt dessen, was mir da gesagt wird oder reagiere ich einfach darauf, dass mir etwas gesagt wird unabhängig vom Inhalt.

So war es zum Beispiel früher bei mir so, wenn mich jemand blöd angemacht hat, dass ich dann in Schuldgefühle gefallen bin und dachte, dass an mir schlicht was falsch sei. Na ja, das stimmte dann ja natürlich auch, aber mein Schluss war falsch. Ich dachte, dass ich nicht freundlich genug war, nicht klar genug oder eben schlicht an mir etwas war, was andere ärgert. Es hat wirklich lange gedauert bis ich draufgekommen bin, dass der/die andere mit sich selbst ein Problem hat, was erstmal so mit mir nichts zu tun hat, aber da ich mit Schuldgefühlen in Resonanz gegangen bin, sind diese Schuldgefühle das, was ich bei mir angucken muss, sie fühlen muss, um sie loslassen zu können.

Plädoyer für die Begegnung mit sich selbst….je mehr du das machst, desto mehr geht vom Außen an dir vorbei, deine Liebe zu dir selbst und dein Wertgefühl wachsen und wunderbarerweise wächst auch die Toleranz, das Verständnis und die Liebe anderen gegenüber.

In herzlicher Verbundenheit, Susanne

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