Miteinander, jeder in seiner Einzigartigkeit

Susanne-Goya • 12. Mai 2023

Von Herzen Willkommen,

nun haben wir gerade im letzten Moin-Gruß die Einzigartigkeit von jedem einzelnen gefeiert…. Und nun das Thema „ Miteinander“? Ja, beides gehört zusammen. Im positiven Fall bereichern wir uns gegenseitig mit unserer Einzigartigkeit im Miteinander. Allerdings ist das zugegebenermaßen ein recht schwieriges Unterfangen, in Freundschaften, Partnerschaften, Familien, bei der Arbeit usw. usw. Und in größeren Gruppen umso mehr, von der Welt gar nicht zu sprechen. Überall Konflikte, Streit, Polarisierungen…. Das liegt daran, dass jeder von uns seine eigene Sichtweise auf die Welt hat, seine eigene Realität hat, die er für richtig hält und der andere soll das bitte sehr auch so sehen. Das liegt auch daran, dass wir alle alte Verletzungen mit uns rumschleppen und uns Muster gebildet haben, um damit klarzukommen und nicht gerade sehr gewillt sind, daran etwas zu ändern.

Trotzdem ist der Einzelkämpfer oder der Chef, der alles bestimmt, nicht mehr das Erfolgsmodell von heute. Team, Vernetzung, eben „Miteinander“ ist gefragt. Auch bei uns im Moin-Zentrum. Wir haben uns ja auch die Gemeinschaft auf die Fahne geschrieben – und sind ständig dabei, neue Wege dabei zu suchen und Gott sei Dank auch zu finden. Dabei ist es zunächst einmal total wichtig, dass jeder die Wahl hat, inwieweit man sich einbringen möchte oder nicht. Niemand muss.

Wer von denen, die bei uns etwas anbieten, auch an dem „Gemeinschaftsprozess“ teilnehmen möchte, hat dazu u.a. Gelegenheit über unsere monatlichen Treffen. Diese waren oft sehr anstrengend. Deshalb probieren wir jetzt gerade etwas Neues aus. Wir haben das bei den Indianern – in großer Anerkennung und Wertschätzung der indianischen Weisheit, Weitsicht und Kultur - abgeguckt (und vielen Kreisen, die das heute auch so machen). Es gibt einen „Redestab“ und nur derjenige, der oder die ihn gerade hält, darf sprechen. Auweia, ihr glaubt gar nicht, wie das allein schon schwierig ist. Es löst bei etlichen viel Widerstand aus, aber ohne so eine Regelung kommen zurückhaltende Menschen oft gar nicht zum Zuge und extravertiertere Menschen dominieren automatisch den Prozess. Nicht aus böser Absicht, aber das passiert einfach regelmäßig so.

Wenn wir dann ein Problem haben, wofür wir eine Lösung suchen, so geht der „Redestab“ im Kreis herum und jede/r sagt dazu, was sie/er dazu meint. So kristallisieren sich Tendenzen, Meinungen etc. heraus. Nach der ersten Runde geht es in die zweite und so weiter. So hat man die Möglichkeit auf das einzugehen, was in den Kreis eingebracht worden ist. Der Clou dabei ist, dass niemand ein Argument, das schon einmal gesagt worden ist, wiederholen darf, so dass dieses „Du hast es/mich noch nicht verstanden. Ich sage es dir noch einmal“-Syndrom unterbleibt. Zustimmung zu etwas, was jemand anders gesagt hat, kann man natürlich einbringen oder auch die Ablehnung.

Es ist super interessant, was bei diesem Prozess passiert. Nämlich, dass sich die ursprüngliche Problemstellung oft völlig verändert, z.B. erweitert, verschiebt oder sich sogar auflöst. Zwischendurch braucht es dann auch immer mal wieder ein Innehalten. Stille, damit man in sich hineinfühlen kann, wie es einem gerade geht und wie wichtig es ist, eine bestimmte Position durchzusetzen oder was da in einem gerade angetriggert worden ist. Statt Recht haben zu wollen, statt die eigene Position durchsetzen zu wollen, hört man sich gegenseitig zu und es entsteht ein Prozess eines wertschätzenden Miteinanders, ein gemeinsames Ringen um eine Lösung.

Ihr könnt euch vorstellen, dass wir ziemlich viel Zeit brauchen, um ein Problem zu lösen, aber dieses Suchen nach einer „guten Lösung für alle Beteiligten“ bringt auf der anderen Seite viel Befriedigung und Zustimmung bei den Teilnehmenden. Ich erlebe es nicht mehr wie früher als kraft- und energieraubende Diskussionen, oft auch mit Gewinnern und Verlierern, sondern als etwas „Nährendes“ und „Wertvolles“.

Die Zeit ist auch begrenzt auf 2 Stunden, denn dann braucht es erstmal ein Durchschnaufen, einen Schlussstrich für diesmal.

Hier auch Schlussstrich - genug für heute


In Verbundenheit mit dir, Susanne-Goya

von Susanne 19. August 2026
Ich war mit einigen netten Leuten zusammen und die Unterhaltung entwickelte sich nach einiger Zeit dahin, dass das Thema unsere Lage in Deutschland wurde, was hier..
von Maren 19. August 2026
Du trägst diesen schweren Stein im Magen, weil du glaubst, nicht genug getan oder jemanden enttäuscht zu haben. Schuldgefühle und Scham schleichen sich oft ...
von Juliane 19. August 2026
Immer wieder überfällt mich das Gefühl, dass mir alles über den Kopf wächst. Alles zu viel, keine Kontrolle mehr, wie sieht denn das aus? Was sagen die Leute?
von Susanne 19. August 2026
Du entspannst dich, wirst innerlich weich, vielleicht weißt du gar nicht, wie das geschehen konnte. Es ist wie ein Geschenk, vielleicht ist es wirklich ein Geschenk,
von Maren 22. Juli 2026
Es gibt diese Tage, an denen man abends erschöpft ins Bett sinkt und merkt, dass man nur funktioniert hat. Der ständige Versuch, alles im Griff zu haben, sperrt ...
von Juliane 22. Juli 2026
Herumgewirbelt, gedreht, über Stromschnellen gehoben, in Windeseile an verwegener Landschaft vorbei, durch Ecken und Biegungen, mäandrierend, beschleunigt ...
von Susanne 22. Juli 2026
... sich vom Fluss des Lebens tragen, mitnehmen zu lassen, mitzufließen ohne Widerstand, aber … plötzlich sind da Stromschnellen, Engstellen o.Ä. Was dann?
von Nicole 20. Juni 2026
… als würde sie sagen … geh … geh deinen Weg … mach … mach einfach. Und was soll ich sagen … Ich mache … Im Innen … im Außen … Ich schaffe so viel Klarheit für mich
von Maren 20. Juni 2026
Da fällt mir direkt der Spruch von Bob Marley ein: Manche Menschen fühlen den Regen, andere werden nur nass...
von Susanne 20. Juni 2026
Spürst du das auch, dass das Chaos in der Welt weiter zunimmt, insbesondere auch die Geschwindigkeit, aber… dass es plötzlich Momente gibt, in denen dich das...
Weitere Beiträge