Das Leben lesen lernen

Susanne • 22. Juli 2026

Oh, wie ist das schön, sich vom Fluss des Lebens tragen, mitnehmen zu lassen, mitzufließen ohne Widerstand, aber … plötzlich sind da Stromschnellen, Engstellen o.Ä. Was dann? Das ist der Moment, in dem man beginnen kann, diese Hindernisse auch willkommen zu heißen und sie zu „lesen lernen“. Zu lernen, sie zu verstehen, zu deuten und alles Weitere danach auszurichten.

Es ist also erstmal wichtig, dem Leben immer wieder mit einem großen „Jaaa“ zu dem zu begegnen, was es einen denn gerade so erleben lässt, sei es etwas Nettes, aber auch wenn es etwas nicht so Tolles ist. Letztlich alles gutheißen bzw. die Bewertung rausnehmen, alles begrüßen in dem Sinne, dass wir etwas daraus lernen können. Die Bewertung rausnehmen, dass andere oder wir jetzt etwas falsch gemacht haben und andere oder uns innerlich beschimpfen. Es nur als Zeichen nehmen für den weiteren Weg.

Das betrifft ganz besonders unsere Gedanken und Gefühle…

Ich war gerade wieder in Schweden. Da gibt es viele Zecken, sehr viel mehr als hier. Unser Hund Pixie hatte früher dauernd welche, die sich auch festgesaugt hatten, weil wir sie im dichten Fell nicht rechtzeitig gefunden haben. Also haben wir, mein Mann und ich, Pixie Gift gegeben, weil wir Angst hatten, dass die Zecken ihr schaden könnten. Das Gift fanden wir zwar auch nicht toll, aber es hat uns trotzdem beruhigt. Mir ist dann aufgefallen, dass Pixie plötzlich so gut wie gar keine Zecken mehr hatte. Komisch, wie konnte das denn sein? Das Gift wirkt doch erst, wenn die Zecke zubeißt. Wieso hat sie überhaupt keine mehr? Meine Antwort für mich war: weil wir keine Angst mehr hatten, weil wir uns mit dem Thema „Zecken“ gar nicht mehr beschäftigten. Nach dieser Erkenntnis, die ich „aus dem Leben verstanden hatte“, habe ich zwar Gift mit auf die Reise mitgenommen (wieder zur Beruhigung für alle Fälle), aber nicht gegeben, sondern, wenn ich jetzt mit Pixie in den Wald gehe, bitte ich darum, dass ihr Energiefeld so ausgestaltet ist, dass es die Zecken abweist. Das beruhigt mich und funktioniert (deshalb) sehr gut. Verirrt sich doch mal eine Zecke zu uns, so rege ich mich nicht auf, sondern entferne sie einfach.

Es betrifft auch unsere innere Haltung und Verfassung…

Beobachte doch mal, was passiert, wenn du es eilig hast. Vermutlich fahren alle Fahranfänger vor dir und alle Ampeln sind rot. Wenn du es schaffst loszulassen, hast du plötzlich freie Bahn.

Alle Befürchtungen haben die unangenehme Eigenschaft, sich zu bewahrheiten, ein ehrliches „Ich mach das und schaff das auch!“ führt dazu, dass es in der Regel klappt. Und wenn nicht, dann ist ein Detail vielleicht noch nicht erlöst. Wenn du dranbleibst, zeigt es sich, du beachtest es und es klappt.

Freu dich, wenn alles glatt läuft und begrüße alles, was sich dir in den Weg stellt, auch was dich wütend macht oder verletzt, in dem Sinne, dass es dich innerlich wachsen lassen wird und dich weiterbringt.

Wenn etwas nicht klappt oder etwas zu Ende geht, auch das kann ein Geschenk des Lebens sein, du weißt es nur noch nicht. Wer weiß, was da Großartiges auf dich wartet.

Ja, das „Leben lesen lernen“ bedeutet ein großes „Ja“ zu diesem Leben, dass uns geschenkt wurde, um es zu erfahren und es in Freude zu erleben.


Von Herzen, Susanne

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