Kennst du das auch?
Immer wieder überfällt mich das Gefühl, dass mir alles über den Kopf wächst.
Alles zu viel, keine Kontrolle mehr, wie sieht denn das aus? Was sagen die Leute?
Keine Zeit, keine Kapazitäten, keine Kraft - Resignation.
Und: so geht das nicht weiter!
Nach einer Phase der Erstarrung und Verzweiflung, suche ich Lösungen:
Hilft ein neuer Rasenmäher oder müssen wir eine Firma kommen lassen, müssen wir Aufgaben neu verteilen? Wie kann ich den Tag anders strukturieren? Wer kann helfen?
Das schafft Abhilfe, das Gefühl von Kontrolle oder „etwas im Griff haben“, stellt sich wieder ein.
Aber kurze Zeit später wächst es mir wieder über den Kopf.
Also fange ich an nachzudenken, was das denn heißt? Wenn mir etwas über den Kopf wächst, wo bin ich denn? Bin ich eigentlich oben und nichts soll über mir sein? Ist es mein Job, alles unter Kontrolle zu haben und bin ich dafür verantwortlich, dass nichts über mir wächst?
Hab ich dann nicht alles im Griff und wer beurteilst, dass etwas nicht mehr unter Kontrolle ist? Und unter wessen Kontrolle eigentlich?
Bin ich nicht ein Teil dessen, was wächst, bin ich nicht mittendrin und wachse mit?
Immer wieder quälen mich diese Fragen, immer wieder schaffe ich Lösungen und habe kurzzeitig das Gefühl, einen besseren Weg gefunden zu haben.
Ich kriege die Kurve.
Aber nur kurz.
Erst wenn ich erschöpft und abgekämpft bin und demütig und müde, gebe ich auf, lasse die Flügel hängen und … lande endlich an meinem Platz- mittendrin, ganz jetzt und ganz hier. Und es fängt endlich an zu fließen.
Die ganzen Klötze am Bein, die mich runterziehen, muss ich einfach los machen, um zu sein, um zu schweben.
Solange ich das immer wieder vergesse, gehe ich wohl weiter in Kreisen und bekomme hoffentlich weiter die Kurve, bis ich diesen Klotz endlich loslassen kann.
Kennst du das auch?
Juliane










