Den Fluss des Lebens entlang

Juliane • 22. Juli 2026

Herumgewirbelt,
gedreht,
über Stromschnellen gehoben,
in Windeseile an verwegener Landschaft vorbei,
durch Ecken und Biegungen,
mäandrierend,
beschleunigt,
den Wasserfall hinab.

Und dann wieder so seicht und langsam gluckernd,
glucksend
im letztem Sonnenlicht
entlang an flachen Ufern
sandig und weich
klar und sanft.

So aufgehoben und wunderbar.
Das Gefühl verstanden zu haben, sicher zu sein, angekommen zu sein.

Aber Pustekuchen:
ganz plötzlich
mir nichts, dir nichts
pack es mich wieder:
an Fahrt aufgenommen,
herumgewirbelt
hoch geworfen
den Boden unter den Füßen verloren …

Schon beginne ich zu zweifeln: was soll ich tun? Mache ich etwas falsch? Ich fühle mich gegängelt, überfordert, ungerecht behandelt, vom Pech verfolgt, falsch: warum muss ich das ertragen, erleben?
Das halte ich nicht aus. Was soll ich tun? Gegensteuern? Bremsen? Lenken?
Was ist mein Job?

…. und wieder eingefangen.

Nichts muss ich tun, nicht reden, nicht bremsen, nichts, ja mich nicht einmal rudern, um an der Oberfläche zu bleiben.

Es trägt und hebt und hält mich.

Das Schwerste ist genau darauf zu vertrauen, immer wieder. In jeder Stromschnelle, bei jedem Untertauchen.
Den Fluss des Lebens entlang.


Juliane

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